Hach, Gestern, das war ja so ein Tach, ein Samstach, wenn man's ganz genau nimmt, da sollte ja angeblich - so verkündete es Radiosprecher für Radiosprecher und Sender für Sender - die Sonne vom Himmel lachen, dass es dem gemeinen Erdbewohner eine Wonne sei, ja, dass spätsommerliche Gefühle gar aufträten, so wurde es ein um's andere Mal prophezeit...
Und was war? Nix 1ar! Die Stadt am Main lag unter einer schweren Nebeldecke, welche sich weigerte, auch nur eine Ahnung von Sonne auf den Boden kommen zu lassen! Ich war am nebeltrüben Flughafen, während meine Familie viele Kilometer und Kurven mainaufwärts Äpfel ernteten - IM SCHÖNSTEN SONNENSCHEIN!!! Schön für sie, schön auch für meine Eltern, die waren auf dem Großen Feldberg im Taunus, IM SCHÖNSTEN SONNENSCHEIN, versteht sich von selbst, während ich unter der Nebeldecke Wert schöpfte. Das Leben kann auch schöner sein...
Heute hingegen kämpfte sich die Sonne um etwa drei Uhr Nachmittags durch den Nebel und verlieh der Herbststimmung eine beinahe unwirkliche, weil unverhoffte Schönheit, bis jetzt gegen Abend der Nebel wieder so dicht wurde, dass man beinahe nicht mehr die Hand vor Augen sieht! Ich fuhr mit dem Fahrrad noch langsamer als sonst Heim... Ich bin jetzt im Dunkeln so schon langsam, weil ich glaube, dass das für ein friedliches Nebeneinander zwischen mir und den Wildschweinen besser ist, wenn sie oder ich uns von Ferne bemerken und einander noch ausweichen können. Das klappt auch ganz gut.
Als ich vorhin daheim ankam, war die Jacke richtig nebelfeucht... Ich staunte und sammelte das Kleingeld wieder ein, welches mir, als ich meinen Schlüsselbund schwungvoll aus der Gesäßtasche zog, zu Boden gefallen war... Dann ging ich hoch, hierher, wo ich jetzt sitze und schreibe... schrieb.
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