Das Leben, es könnte so schön sein, wäre es nicht was es ist - das Leben eben. Zum Beispiel die Ruhe: da ist doch, ich erwähnte es bereits mehrfach an anderer Stelle, diese wunderbare Ruhe, die sich hier, der isländische Vulkangott sei hier und eigentlich überall noch einmal und in alle Ewigkeit gepriesen, der nordischen Asche wegen breit macht, und es wäre wirklich still, gäbe es da nicht diesen Trockner über mir, der trocknet nämlich nicht nur Wäsche, der ist auch laut und da könnten auch ruhig der Gutenberg oder die Merkel hier langfliegen, das ist dann wirklich auch egal, wenn's eh so laut ist, ja...
Apropos egal, was absolut nicht egal ist, ist die Schönheit dieses Tages! Sonne satt, angenehme Temperaturen um 20 Grad, Fahrradtour zu Dritt, zum Glück begonnen am Morgen. Das war schön! Und es hätte auch weiter schön sein können, wären wir bereits kurz nach der Mittagessenszeit wieder daheim gewesen. Waren wir aber nicht. Statt dessen fuhren wir über einen der wirklich gut ausgebauten Mainuferradwege gen Heimat. Am frühen Nachmittag. Welch ein... VERBRECHEN! Wie anders ist zu verstehen, dass uns so viele grimmig dreinguckende Radfahrer in einem Höllentempo entgegenkamen, solcherart stumm sprechend, dass sie hier nun bitte schön schnell entlangfahren wollten und sich dabei von nichts und niemanden auf zwei Beinen oder zwei Rädern aufhalten lassen, egal auf wessen Gesundheits Kosten das auch immer gehen mag!
Es muss die Zeit sein, die Zeit, in der wir leben, die Mengen von Individuen ausspuckt, welche nichts anderes mehr kennen, außer eben dem Interesse an sich selbst. Arbeit, Freizeit, egal - Hauptsache erst mal ICH, wenn dann noch etwas kommt, interessiert mich das auch nicht...
Die Tiere haben zum Glück noch oder auch wieder Rückzugsgebiete. Der Fluss gehört dazu. Obwohl, dahinten kommt ein Schiff, das sorgt auch gleich für Unruhe...
Ne, aber im Ernst, wenn sich mal JEDER an die eigene Nase packt, bevor sich nur über seine Umwelt beschwert, ehrlich, es wäre für alle eine Erleichterung. Der Radweg ist voll - wie wär's denn etwas langsamer zu fahren? Ist das vielleicht auch besser für den Blutdruck, als 4 jährige zu beschimpfen, die sich eben noch nicht richtig orientieren?
Nächstes mal fahre ich nachmittags durch den Wald. Da ist kein Mensch, ehrlich. Die Bäume machen den Rasern und Spaziergängern irgendwie Angst. Da lässt sich's fahren und flanieren, dass es eine Art hat!
Zwar heißt es im Sprichwort nicht 'Der Klügere weicht aus', aber stimmen tut's trotzdem!
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