Nun ist es aber so, dass ein großer Teil der Menschheit Ziele hat, diese verfolgt und erreicht. Manche Menschen sind stolz auf das, was sie erreicht haben. Der Stolz erfüllt sie eine Weile, bis wieder die Leere aufsteigt die bleibt, wenn die Woge der Begeisterung abebbt und hinter dem zurückfließenden Wasser der Mühe der ganz ordinäre Sand des Lebens auftaucht, aus dem wieder ein Körnchen herausgepickt wird, welches eine neue Stufe auf der Treppe des Erfolgs werden soll, was naturgemäß mit einem Körnchen recht schwer fällt, ein Stüfchen zu errichten meine ich, aber für eine Weile reicht's, bis dann die Woge des Erfolgs abebbt und, siehe oben...
Das Problem an diesem Spiel ist, dass es wiederholt und wiederholt werden kann. Nur sich selbst kann niemand wiederholen und diese sich widersprechende Struktur kann auch niemand aufheben - Verhaltensmuster können wiederkehren, der Körper, der Geist, der Mensch, sie schreiten fort.
Auch jede Planung ist letztlich nur ein Versuch und dass heutzutage so vieles planbar scheint ist letztlich nur eine Scheingewißheit, die das Bewußtsein über die Unwägnisse einer Lebenszeit in den Hintergrund drängen und so das Individuum für's Große, Ganze willfährig machen soll. Als Belohnung gibt's Zückerli, größere, kleinere, Hauptsache süß und den meisten Menschen genügt dies als Antwort auf Existenzfragen. Das ist durchaus interessant, zeigt's doch, dass der Mensch nur sehr schwer lernfähig ist: das Zückerli ist ein Extrem wie der Erfolg. Ist die Geschmackswelle abgeebbt, bleiben nurmehr Durst und Erinnerung an die vorübergegangene Freude. Daraus erwächst viele Male die Sehn-Sucht nach mehr Zückerli, freilich mit der gleichen Aussichtslosigkeit wie zuvor.
Am Ende, und das ist das wirklich Spannende, bleibt die Unauflösbarkeit der Frage nach dem tieferen Sinn. Langhans versuchte sich wohl gerade im Dschungel wieder daran. Was es spannend macht ist die Tatsache, dass er wohl wirklich viel Zeit im Leben zum Nachdenken hatte und auch damit verbrachte. Siebzigjährig stellt er sich also die Sinnfrage, indem er versucht seinen Körper herunterzufahren, um zu erleben, wie 'tot' sein sein könnte. Natürlich wird er enttäuscht, denn wenn man dem lebendigen Körper nicht einmal das Mindeste gibt, um ihn weiter existent zu halten, reagiert er zunächst nicht mit friedlicher Stille, sondern mit Rebellion und Aufsässigkeit, denn schließlich ist er ja gegenwärtig und noch am Vergehen, aber noch nicht vergangen. Interessant ist, dass selbst Langhans, der Vieldenker, dies nicht bedachte, sondern erst die Empirie bemühen musste, um belehrt zu werden...
Und was lehrt uns das? Nichts! Und das ist doch recht viel, nicht wahr?!?
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