Eigentlich noch gar kein Grund zum Jubeln, der Ostersamstag, schließlich ist der mitten in der Zeit ungeklärte Finsternis, in der selbst Jesus - wahrscheinlich - tot war... Aber aus der Position der Wissenden, Ostererfahrenen ist uns natürlich klar was kommt, und so darf man auch schon mal am Ostersamstag Halleluja schreiben. Also, ich tu's jetzt jedenfalls, bzw. tat ich es, oben, im Satz zuvor und auch im Betreff und beziehe das jetzt mal nicht allein auf Ostern, nein, ich beziehe es auf mich, so egoistisch bin ich manchmal, weil, ich habe ja schon wieder etwas abgenommen, einfach so, ohne Diät, nur mit kein Fleisch und weil ich das ja fortzusetzen trachte, ist das keine Abnehmdiät sondern die Art wie ich mich ernähre, immerhin auch schon so seit Weihnachten und schon krachen auch die Knie nicht mehr so dolle, wenn ich Treppen hoch laufe, was ich auch immer mehr mache anstatt irgendwelche Aufzüge zu nutzen, die ja auch so viel Strom brauchen wenn sie fahren, was Treppen ja nur tun wenn sie gebaut werden und für die Beleuchtung, aber das ja sowieso, falls es brennt oder so, daher ist's schon besser den Aufzug stehen zu lassen, denn unsere Kinder brauchen ihn ja vielleicht auch noch mal, wir, also wir alle jetzt, gell, sicher auch, aber daran mag ich ja jetzt noch gar nicht denken, denn gerade erst erfreue ich mich ja meiner neu erlangten Mobilität...
Das Fahrradfahren ist zur Zeit erstaunlich entspannend, vor allem während der gesetzlichen Ladungsöffnungszeiten,denn, wie bereits bei gambus pear eindrucksvoll beschrieben, sobald auch nur einen Tag lang Läden geschlossen bleiben, macht sich bei den zukünftig Ausgesperrten ein bisweilen völlig irrationaler Sammeltrieb breit, der die Fahrradwege bei bestem Radelwetter in geradezu magischer Weise leerräumt!
Das Bild entstand an der Nidda, Höhe Siedlung 'Mittlerer Sand', wo auf dem Radweg sonst bei schönem Wetter autobahnähnliche Verhältnisse anzutreffen sind. Da Gründonnerstag war, hatten die Menschen auf dem Radweg genug Platz, ganz im Gegensatz zu den Einkaufsstraßen bei Aldi und Konsorten, ich konnte die Pferde auf dem Feld gegenüber Staub aufwirbeln sehen, den beiden Freundinnen, die sich auf der Bank am gegenüberliegenden Ufer mit Baby niederließen, beim Giggeln zuhören, die Krähe beim Baden beobachten, Enten und Gänse schwimmen und fliegen sehen, während auf der ganzen Szene eine unwirkliche Friedlichkeit lag, in die Radfahrer keine Hektik brachten sondern Romantik zeichneten, wie man sie allenfalls noch aus Erzählungen von Radtouren aus Zeiten vor den 80er Jahren zu kennen glaubte, als die Menschen noch nicht dazu übergegangen waren, jedes Erlebnis, um dessen 'Qualität' zu belegen, mit 'genauen' Zahlen zu zurückgelegter Distanz und höchster erreichter Geschwindigkeit sowie bewältigte Höhenmeter zu untermauern - ein Unterfangen, das geradezu grotesk wirkt, wenn man bedenkt, dass die Erde sowieso die ganze Zeit mehr oder minder frei im Weltraum umherschwirrt. Na ja, irgedndwie hält man sich halt in der allgemeinen Haltlosigkeit an allem fest, was man irgendwie greifen kann, und seien's haltlose Zahlen. Frohe Ostern!
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