Ich weiß nicht, ob's die Unendlichkeit wirklich gibt, weil ich ja selber nicht unendlich bin, also höchstens Spekulationen darüber anstellen kann, was unendlich ist - ja, und seien sie auch noch so fundiert, es bleiben Spekulationen!
Mir kommen nur manche Dinge so vor, als wären sie unendlich, aber bis jetzt hat noch alles ein Ende gefunden - die Jugend zum Beispiel... Die ist zu Ende, ein für alle mal, und jetzt ist die für andere Leute Jugend, und die freuen sich jetzt, dass wir Eltern sind und ihre Sorgen erledigen, ohne dass sie großartig mit dem Alltag befaßt sind.
Ich fand den vollen Kühlschrank früher praktisch, aber ich fand auch den Aufzug im Hochhaus praktisch, und doch war ich sehr froh, als ich da nicht mehr wohnte, was zeigt, dass es für alles eine natürliche Erklärung gibt, selbst wenn die mir weder ein- noch auffällt, aber was ist das schon gegen die Größe des Alls...
Das All ist das, wo wir von geheimnisvollen Kräften gefangen haltlos herumschweben, mit beiden Beinen auf der Erde zwar, und doch verloren in einer unermeßlichen Größe, die einen schwindeln deucht, so atemlos macht der Gedanke, dass all der irdische Sauerstoff, der doch meine Lungen füllt, ein Nichts ist angesichts der beängstigenden Raumfülle oder -leere, die uns umgibt, abgegrenzt nur von einer Illusion, die wir Himmel nennen, eine blaue Lichttäuschung, die uns eine Heimeligkeit vorgaukelt, welche uns unsere eigene Begrenztheit erträglich scheinen läßt, denn mit der Größe der Welt kommen wir gerade noch zurecht, selbst mit den Sternen der Nacht, weil die ja so hübsch klein funkeln, aber der Gedanke an die eigene Bedeutungslosigkeit löst so etwas wie einen Fluchtreflex in die Realität oder in Alkohol aus, wobei die Realität, die uns das Leben ertagen heißt, auch nur eine Illusion, mindestens nur ein Bruchteil der ganzen Wahrheit ist.
Anders gesagt: das Leben ist zwar ganz schön, aber nur, weil wir's nicht besser wissen!