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Wusstest Du schon?
Erklärungen zu Redewendungen
Wusstest Du schon? - i love you
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Benehmen wie ein wilder Watz
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Begegnen wir einem Menschen, der ein ungehobeltes und unsensibles Verhalten and den Tag legt, so sagen wir von ihm: 'Er benimmt sich wie ein wilder Watz'.
Unsere Redensart stammt aus der hessischen Mundart. Hier ist ein 'wilder Watz' ein männliches Wildschwein. Diese Wildschweine ziehen mit ihrer Herde zuweilen eine Spur der Verwüstung durch die Felder und Gästen der Bauern. Ja,selbst in Großstädten wie Berlin treiben sie ihr Unwesen und machen Parks und Vorgärten unsicher.
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Zappelphilipp
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Ein Gespenst geht durch unsere Schulklassen. Das Gespenst des "Zappelphilipps". Immer mehr junge Schüler erweisen sich als besonders aggressiv und hyperaktiv. Das beschreibt man dann mit ADS, was für Aufmerksamkeitsdefizitstörung steht.
Einen Vorläufer dieser Kinderkrankheit beschrieb der Dichter Heinrich Hoffmann ( 1809 - 1994) in dem von ihm selbst mit Bildern ausgestatteten Kinderbuch "Der Struwelpeter". In der Episode "Der Zappelphilipp" nimmt es mit einem unruhigen Kind ein schlimmes Ende.
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Warum in die Ferne schweifen?
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Sieh das Gute liegt so nah.
Wir Deutschen sind unter anderem Urlaubsweltmeister. Keine andere Nation fährt so oft und so weit weg in Urlaub wie wir. Doch auch der deutsche Tourismus kommt nicht zu kurz. Denn viele sagen sich: Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah".
Unsere sprichwörtliche Redensart stammt aus dem Gedicht " Erinnerung " von Johann Wolfgang von Goethe ( 1749 - 1832 ): " Willst du immer weiterschweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. lerne nur das Glück ergreifen, denn das Glück ist immer da".
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Gut Wetter machen
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Wenn Kinder mehr Taschengeld wollen, dann sind sie plötzlich ganz folgsam: sie räumen auf, helfen in der Küche und sind nett und freundlich. Sie möchten "gut Wetter machen", damit wir ihnen den Wunsch nicht abschlagen.
Unsere Redewendung basiert auf einem Missverständnis: Im Norddeutschen wird jemand, der seinen Teller leer isst, mit den Worten gelobt "Goods wedder". Das bedeutet: Morgen kommt "Gutes wieder" auf den Tisch. Daraus wurde im Hochdeutschen "gutes Wetter". Noch heute sollen viele Kinder ihr Essen restlos vertilgen, damit es am nächsten Tag gutes Wetter gibt.
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Die Quadratur des Kreises
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Indien und China holen wirtschaftlich auf - der Wohlstand wächst. Doch wie können die Menschen dort mehr konsumieren, ohne dass das Klima der Erde aus dem Gleichgewicht gerät? Eine nahezu unlösbare Aufgabe, vergleichbar mit "der Quadratur des Kreises".
Hierbei handelt es sich um ein klassisches Problem der Mathematik. Nur mit Lineal und Zirkel ist es unmöglich, den Flächeninhalt eines Kreises in ein ebenso großes Quadrat zu verwandeln. Es gibt allenfalls mathematische Näherungsgleichungen, die mittlerweile bis auf die sechste Kommastelle genau sind.
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Eine Rosskur machen
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Der Frühling ist die Zeit der Diäten. Ob Null-, Atkins- oder Glyx-Diät, man sollte in jedem Fall aufpassen, dass man aus dem Abspecken keine "Rosskur" macht. Unsere Redewendung kommt aus dem Mittelalter.
Damals waren Hufschmiede gleichzeitig auch Tierärzte und behandelten kranke Pferde. Nicht selten wurden sie aber auch für Menschen herangezogen, vor allem, wenn es um Zahnziehen ging. Ohne Betäubung und mit grobem Werkzeug war dies wahrlich eine Rosskur. Der Ausdruck steht noch heute für drastische und unsanfte Heilmethoden aller Art.
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Wie bei den Hottentotten
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Wir veranstalten eine ausgelassene Feier. Aber am nächsten Morgen kommt das böse Erwachen, wir finden ein riesiges Chaos vor. Entsetzt rufen wir aus: "Hier sieht es ja aus wie bei den Hottentotten!".
Der Begriff "Hottentotten" wurde im 17.Jahrhundert von niederländischen Seefahrern geprägt. Als diese in Südafrika landeten, wunderten sie sich sehr über die Schnalz- und Klicklaute der Ureinwohner. Beim Versuch, dieser Sprache einen Namen zu geben, entstand das lautmalerische "Hottentotten". Es war der Versuch, den Klang der Sprache nachzuahmen.
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Eine Ikone sein
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Kaum ein Thema bewegt die Menschen so sehr wie der Klimawandel. Als populärer Fachmann auf diesem Gebiet gilt Al Gore, der ehemalige amerikanische Vizepräsident. Man könnte ihn auch als "Ikone"des Klimaschutzes bezeichnen.
Das Wort "Ikone" stammt vom griechischen Wort "Ikona"ab und bedeutet Bild. In den örtlichen Kirchen sind Ikonen weit verbreitete, meist auf Holztafeln gemalte Darstellungen von Christus, Maria oder den Heiligen. Sie werden als Mittler zwischen Diesseits und Jenseits angesehen und man sagt ihnen auch Wunderwirkungen nach.
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Scheuklappen tragen
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Wenn Politiker von dringenden Problemen ihrer Bürger nichts wissen oder sie nicht wahrhaben wollen,sagt man von ihnen,dass sie "Scheuklappen tragen".
Der Begriff kam schon 1810 auf,als Journalisten erstmals über "Scheuklappen in der Politik"schrieben. Die Scheuklappen sind ein Teil des Pferdegeschirrs. Sie verhindern,dass das Tier abgelenkt wird und vielleicht ausschert. Durch den eingeengten Blick behält das Pferd die Ruhe und geht fügsam seines Weges.
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Die Eisheiligen
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Erfahrene Gärtner halten sich in diesen Tagen mit dem Pflanzen und Säen noch zurück,denn heute beginnen die "Eisheiligen". So bezeichnet man eine immer wiederkehrende Kälteperiode Mitte Mai.
Benannt sind die Eisheiligen nach Bischöfen und Märtyrern aus dem 4. und 5. Jahrhundert: Pankratius,Servatius und Bonifatius. Regional kommen noch Mamertus und die "Kalte Sophie"dazu,deren Tag der 15.Mai ist. Tatsächlich jedoch tritt der Temperatursturz erst um den 20.Mai herum auf. Mit Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 verschoben sich nämlich die Tage der Eisheiligen um mehr als eine Woche.
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Jemanden abblitzen lassen
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In jeder guten Hollywood-Komödie dauert es seine Zeit,bis die beiden Liebenden zueinander finden. Oft wagt der Mann den ersten Schritt,doch die schöne Diva lässt ihn einfach "abblitzen". Sie schickt ihn kurz und knapp davon. Unsere Redensart geht auf die Konstruktion altertümlicher Gewehre zurück.
Bei diesen Waffen des 19.Jahrhunderts konnte es vorkommen,dass das Schießpulver verpuffte,ohne das ein Schuss losging. Dabei erzeugte das Pulver auf der Gewehrpfanne einen hellen Blitz,es war also "abgeblitzt".
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Einen vom Pferd erzählen
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Wir sitzen mit Freunden zusammen und plaudern über alte Zeiten. Da erzählt einer,er hätte auf dem legendären Woodstock-Festival Jimi Hendrix die Hand geschütelt. "Du erzählst uns doch einen vom Pferd",winken wir ab.
Als Pate für diese Redensart stand die Geschichte vom Trojanischen Pferd:Beim Kampf um Troja hatten sich die Griechen in einem riesigen hölzernen Pferd versteckt. Ein Krieger blieb zurück und erzählte den Trojanern,das Pferd sei ein Gottesopfer und alle Griechen bereits nach Hause gesegelt. Da zogen die Trojaner es in ihre Stadt und gingen unter.
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Das kommt mir spanisch vor
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Erst geht der Toaster kaputt,dann die Kaffeemaschine und schließlich der Kühlschrank. Liegt es an den Geraten oder an der Stromleitung? Uns "kommt die Sache spanisch vor" und wir rufen die Hausverwaltung an.
Die Redewendung besagt,dass uns etwas merkwürdig erscheint. Genauso seltsam und fremd empfanden die Menschen die spanischen Sitten,die Kaiser Karl V. nach Deutschland brachte,als er 1519 den Thron bestieg. Das spanische Hofzeremoniell war hierzulande völlig unbekannt. Im Spanischen sagt man übrigens: "esto me suena a chino": "das kommt mir chinesisch vor".
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Süßholz raspeln
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Ein Freund von uns möchte das Herz einer bestimmten Dame gewinnen. Also spricht er sie an,macht ihr Komplimente und schmeichelt,wo er kann. "Er raspelt Süßholz",sagen wir als Außenstehende.
Das Süßholz ist eine Pflanze,die in warmen Regionen zu Hause ist. Es gibt etwa 20 Arten,aus einer davon wird die bekannte Lakritze hergestellt. Aber auch für medizinische Zwecke braucht man die süße Wurzel. Süß und angenehm erscheinen auch dem Schmeichler seine Worte,doch in den Ohren der Angebeteten hören sie sich eher klebrig an.
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Was für ein Saftladen!
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Vitaminbars,die bunte Fruchtcocktails für gesundheitsbewusste Menschen anbieten,gibt es heute in jeder Stadt. Nicht wenige von ihnen nennen sich selbstironisch "Saftladen". Dabei bezeichnet dieses Schimpfwort eher ein schlecht geführtes Geschäft.
Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck in der Berliner Kneipenszene der Vergangenheit. Bis in die 20er Jahre nannte man Kneipen,Bars und Likörstuben in Alt-Berlin auch "Saftläden". Hier floss reichlich Alkohol,also "Saft". Nach und nach kamen diese Etablissements in Verruf und da war es zu abfällgien Bezeichnung nicht mehr weit.
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Auf Rosen gebettet sein
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Ein sicherer Arbeitsplatz,eine intakte Familie,eine stabile Gesundheit - wer all das besitzt,ist wahrlich "auf Rosen gebettet". Er kann sich also glücklich schätzen mit seinem Leben. Ihre große Bedeutung als edelste der Blumen erhielt die Rose schon in der Antike.
Kaiser Nero ließ Rosen auf seine Gäste herab regnen und auch Kleopatra speiste in einem Raum,der dicht mit Rosenblättern bedeckt war. Die lateinische Redensart "iacere in rosa",wörtlich "instetem Vergnügen schwelgen".
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Tacheles reden
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In jeder Wohngemeinschaft gibt es immer jemanden,der sich gerne vor der Hausarbeit drückt. Da hilft keine Toleranz,man muss mit dem oder der Betreffenden "Tacheles reden". Man muss also mit klaren Worten sagen,was man von seinen Mitbewohner erwartet.
Unser Ausdruck stammt aus dem Jiddischen. "Tacheles" heißt "Ziel" oder "Zweck". Man hofft also,mit seinen Worten ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Begriff ist in der Journalistensprache sehr beliebt. So gibt es eine Talkshow mit dem Titel "Tacheles".
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Ab durch die Mitte!
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Endlich locken die ersten Sonnenstrahlen,doch wer weiß,wie lange das Wetter so bleibt.Also "ab durch die Mitte!"- hinaus in die Natur und die schönen Stunden genießen.
Für unsere Redensart gibt es zwei Erklärungen: Beim Spießrutenlauf musste ein Soldat zur Strafe durch eine Gasse seiner Kameraden laufen,die ihn dann mit ihren Stöcken schlugen oder stachen.Der strenge Befehl an den Soldaten lautete: "Ab durch die Mitte".In der Theatersprache bedeutet der Ausdruck,dass sich der Schauspieler durch den mittleren Bühnenausgang entfernen soll.
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Wie von Furien gehetzt
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Mit Spannung verfolgen wir das Ende eines Kriminalfilms im Fernsehen:Polizisten verfolgen den Täter,und der flieht "wie von Furien gehetzt"durch die dunklen Gassen.
Unsere Redewendung stammt aus der römischen Mythologie."Furia"heißt im Lateinischen:Wut,Raserei.Die "Fusien"waren 3 Rachegöttinen,die eine böse Tat auf der Stelle bestraften.Sie waren sehr gefürchtet,den für den Misetäter gab es kein Entkommen.Bei den Griechen übernahmen die "Erinyen"diese Aufgabe:Alekto,die Unaufhörliche,Megaira,die Zornige und Tisiphone,die Rächende.
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Ein Gentleman sein
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Benimm-Kurse haben Konjunktur.Hier lernen Menschen die Feinheiten des gesellschaftlichen Umgangs.Mit gutem Willen wird aus einem ungeschliffenen jungen Mann ein perfekter "Gentleman".
Unser Begriff stammt aus Großbritannien und geht auf die Männer des niederen Adels (gentry)zurück.Später bezeichnete man jeden männlichen Angehörigen der gehobenen Gesellschaft als "Gentleman".Vorausgesetzt er besaß Wohlstand und Bildung,tadellose Manieren,ein Gespür für Diskretion,Höflichkeit und eine Prise Humor.
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Etwas ausbaldowern
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Wir wollen einen neuen Computer kaufen.Also vergleichen wir die Angebote verschiedener Fachmärkte.Wir wollen "ausbaldowern",also auskundschaften,welcher Händler das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet.Hier ist eine Umschreibung für den Teufel aus dem Hebräischen in die Gaunersprache eingeflossen.
"Ba'al-da-war"bedeutet "Herr des Wortes"und meint den Satan.Daraus wurde im Jiddischen "baldower"- "der Betreffende".In der Gaunersprache ist ein "Baldowerer"ein Kundschafter,der nach guten Gelegenheiten Ausschau hält - für Diebstahl,Raub oder Taten.
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Das Salz der Erde
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Heute kostet ein Päckchen Salz kaum einen Euro,doch früher war es kostbar und teuer.Es war nicht nur ein unersetzliches Gewürz,sondern auch Sinnbild für Reinheit und Lebenskraft.Salz bei Tisch zu verschütten,brachte Unglück.In der Bergpredigt (Matthäus 5,13)stärkt Jesus seine Jünger mit den Worten:"Ihr seid das Salz der Erde."Er meint damit,dass seine Männer so wertvoll und wichtig für die Welt sind wie Salz für die Speisen.
Im übertragenen Sinn können "das Salz der Erde"auch Menschen sein,die fleißig arbeiten,bodenständig leben und vorbildlich handeln.
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Nolens volens
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Auf einem Elternabend werden freiwillige Helfer gesucht,um ein Grillfest zu organisieren.Wir haben zwar genug andere Arbeit,aber "nolens volens" sagen wir zu.Wir machen es,obwohl wir eigentlich weder Zeit noch Lust haben.
Unser Ausdruck stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "nicht wollend wollend",besser gesagt "ob man will oder nicht".Die bekannteste Quelle für diese Redewendung ist das Werk "De natura deorum" (Über das Wesen der Götter) von Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v.Chr.)Dort heißt es "velim nolim" - "mag ich wollen oder nicht".
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Mit Zitronen handeln
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Bekannte von uns haben eine Kreuzfahrt zu einem sensationell günstigen Preis gebucht.Als sie zurückkommen,berichten sie von immensen Extrakosten für Getränke,Ausflüge und Trinkgelder.Sie haben also "mit Zitronen gehandelt".
Für unsere Redensart gibt es zwei mögliche Erklärungen: Früher galten Zitronen als leicht verderbliche Ware,so dass der Gewinn des Händlers unsicher war.Vielleicht spielt aber auch der Gesichtsausdruck eine Rolle,wenn ein Mensch in eine Zitrone beißt.Im Bergischen gab es im 19. Jahrhundert den Brauch,Sargträgern eine Zitrone zu überreichen.
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Mit seinem Latein am Ende sein
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Ein Freund sucht Rat bei uns in einer schwierigen Erbschaftsangelegenheit. Wir können ihm zwar ein paar allgemeine Dinge sagen, aber bald sind wir "mit unserem Latein am Ende." Unser Wissen reicht einfach nicht für eine verbindliche Auskunft.
Der Grund für unsere Redensart liegt in der Stellung des Latein als Gelehrten- und Kirchensprache. Über lange Zeit war das Volk vom Wissen der höheren Stände ausgeschlossen, da alle Bücher nur in Latein geschrieben waren. Heute bejubeln viele Lehrer ein Comeback des Latein und glauben, dass ihre Schüler bald echte "Latin Lovers" werden.
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Das Kriegsbeil begraben
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Ein Streit zwischen Nachbarn schwelt seit einigen Jahren.Endlich bringt es einer der beiden über sich und wagt den ersten Schritt zur Versöhnung.Er schlägt vor,"das Kriegsbeil zu begraben."
Das Kriegsbeil,oder auch "Tomahawk",war bei den nordamerikanischen Indianern sowohl Waffe als auch Symbol.War ein Krieg beendet,vergruben sie es im Boden.Dort lag es,bis der nächste Krieg begann und es wieder ausgegraben wurde.Der Schriftsteller J.F.Cooper berichtet in seinem Roman "Lederstrumpf" von diesem Brauch.
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Von der Muse geküsst
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Ob Amateurtheater oder Hobbykünstler-Ausstellung-landauf,landab präsentieren Laien ihre Werke.Wir sagen deshalb leicht scherzhaft,diese Menschen seien "von der Muse geküsst".
Unser Ausdruck stammt aus der griechischen Mythologie.Die neun Musen,allesamt Töchter des Zeus und der Mnenosyne (Göttin des Gedächtnisses),waren die Beschützerinnen der schönen Künste und der Wissenschaften.Die bekanntesten unter ihnen sind: Thalia,Göttin der Komödie,Urania,Göttin der Astronomie und Klio,Göttin der Geschichte.
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Öl in die Wunden gießen
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Ein Freund steht vor den Scherben seiner Beziehung.Was er nun braucht,sind Zuspruch und Trost. Wir wollen also "Öl in seine Wunden gießen".
Unser Ausdruck geht zurück auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.Jesus erzählt die Geschichte eines Mannes aus Samaria.Dieser selbstlose Samariter half dem Opfer eines Raubüberfalls."Er goss Öl und Wein in seine Wunden und verband sie ihm."(Lukas 10,34) Mit Öl und Wein beziehungsweise Essig behandelte man damals offene Wunden.
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Die Oberhand behalten
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Feiern unsere Kleinen einen Kindergeburtstag, geht es turbulent zu. Jetzt müssen wir "die Oberhand behalten", sonst regiert das Chaos.
Unsere Redensart ist in vielen Sprachen zu Hause. "To get the upper hand" heißt es im Englischen und im Französischen "garder le haut main". Sie stammt aus der Sprache der Ringer. Wer dem Gegner mit einer Hand niederhält und die andere oben hat, ist der Sieger des Kampfes.
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Jemanden zum Sündenbock machen
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Läuft etwas schief in Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft, beginnt sofort die Suche nach dem Schuldigen. Oft trifft es dann nicht den eigentlichen Verursacher des Mißstandes, sondern einen Akteur aus der zweiten Reihe. Der wird dann zum "Sündenbock" gemacht.
Unser Ausdruck geht auf einen Ritus aus biblischen Zeiten zurück: Beim Versöhnungsfest legte der Hohepriester einem Ziegenbock die Hand auf. Damit übertrug er die Sünden des Volkes auf das arme Tier.
Die Menge jagte den Bock in die Wüste, wo er starb und alle Verfehlungen der Menschen mit sich nahm.
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Zu allem Ja und Amen sagen
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Eine Firma möchte umstrukturieren.Das sorgt für viel Diskussionsstoff unter der Belegschaft,doch es gibt auch Mitarbeiter,die zu allem Ja und Amen sagen,also mit allem einverstanden sind.
Die Redensart ist ein abgewandeltes Bibelzitat.Im 2.Brief an die Korinther (Kap 1,20) schreibt der Apostel Paulus über Jesus: "Denn auf alle Gottverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen,Gott zum Lobe." Diese lebensbejahende Einstellung wandelte sich im Laufe der Zeit zu einer ablehnenden Haltung gegenüber angepassten Ja-Sagern.
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